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Süd-Indien

Was für ein Wahnsinnsgefühl … meine erste Zimmerbuchung in Chennai. Ich kann es noch nicht wirklich realisieren, dass ich demnächst in Indien bin.

Letztes Jahr stand auf meiner *Wunschliste* … ich möchte gern die *Welt* bereisen. Das mir nach Nicaragua nun so schnell Indien angeboten wurde … das übertrifft meine kühnsten Träume. Ich träume und tanze durch mein Leben.

Mein erster Tag in Chennai

Meine Pläne hatten sich innerhalb von Stunden komplett geändert.

Der Plan war, dass ich hier Teil einer spirituellen Gruppe bin.
Ich war angemeldet und die Reisekosten waren bezahlt.

Und dann passierte etwas, was ich sehr gut kenne.
Mein ganzes Innerstes wehrte sich vehement gegen eine spirituelle Gruppenerfahrung.

Dazu kam eine sehr große Disharmomie mit den Reiseveranstaltern.

Da saß ich nun in Chennai in meinem gebuchten Hotelzimmer und ich wusste, ich werde nicht Teil dieser Gruppe sein.
In diesen Momenten spielt es auch keine Rolle, ob die Reise schon bezahlt wurde.
Geld ist keine Motivation für mich, etwas zu machen, was ich nicht möchte.

Was nun? Zurückfliegen?
Nein, ich hatte zwar kurz drüber nachgedacht aber mir war auch klar, wenn ich schon mal hier bin, dann nutze ich die 3 Wochen.

Es galt nun, für 3 Wochen einen völlig neuen Plan zu machen.
Wobei ich generell nie lange im Voraus plane. Das Ziel für die nächsten Tage wurde neu anvisiert und dann geht es von dort aus weiter.

Wie auf einem Spielbrett … Zug um Zug.

Und genau das macht mein Leben so wunderbar spannend und bunt.

Mein Abendessen

Ich habe keine Ahnung, was da alles drin war …. es war total lecker.

Unglaublich

Gestern hat sich ein Affe meinen Geburtstagskuchen stibitzt.
Ich war nicht im Zimmer und das Fenster war offen.
Okay … was gelernt 🙂

Heute lag ich entspannt auf dem Bett und was passiert?
Der Affe stürmt durchs Fenster ins Zimmer, greift sich meine noch ungeöffnete Kekspackung und haut wieder ab.

Wieder was gelernt 😉

Faszinierende Wesen

Diese mystischen Geschöpfe begleiten mich auf meinen Reisen.
In Nicaragua kam sie zu mir auf die Terrasse.
Und hier in Indien hat sie mich gestern Abend an der Tür empfangen.

Dieses Wesen schaut mich in einer Weise an, die mich zutiefst beeindruckt.
Sie hat eine aristokratische, wissende Ausstrahlung auf mich.

Gottesanbeterin

Meine Besucherinnen werden immer faszinierender.
Ich wollte mir eigentlich nur den Regen anschauen … und da saß sie … natürlich vor meiner Tür.

Ich hatte einen Plan

Ich wollte heute den Berg Arunachala umwandern und hab selten so gelacht … über mich selber.

Ich hatte die irrige Vorstellung, dass das eine ruhige, naturnahe Umwanderung wird.
Naja .. halt so, wie ich Wanderungen kenne 😉

Die erste Stunde habe ich nach Schleichwegen gesucht. Ich wollte nicht auf dieser großen, lauten Straße laufen.
So war ich dann plötzlich mittendrin in den hintersten Straßengassen.
Mein Pumuckl-Haarschopf sorgt nach wie vor für Belustigung.
Die Gassen waren so eng, dass ich dauernd über schlafende Hunde steigen musste.

Und irgendwann habe ich realisiert, dass die Umwanderung wohl doch nur auf der Straße möglich ist.

Nach einer weiteren Stunde hab ich mich in einen kleinen Shiva Tempel gesetzt.
Dort habe ich dann eine vernünftige Entscheidung getroffen.
Die Wanderung wird abgebrochen.

Ich bin ja selten vernünftig, aber einen Sonnenstich möchte ich mir hier nicht holen.

Da saß ich nun vor diesem Tempel und auf einmal fällt etwas dumpf zu Boden.
Ein kleiner Affe .. er lag mit dem Rücken auf dem Boden und ich wusste, er wird sterben.
Die Mutter hat das Jungtier dann noch lange im Arm gehalten. Mein Mitgefühl für das Muttertier war unendlich.

Da saß ich nun abseits und etwas abgelegen der Straße und überlegte, was ich denn jetzt mache ..
Auf einmal hupt es … mein netter Tuktuk-Fahrer von heute früh hat mich *zufällig* erblickt.

Ja, prima … jetzt wird der Berg halt umfahren.

Unterwegs gabs noch ein Foto … der Berg als sleeping Shiva.
Hinterher hab ich dann gesehen, dass ich auf dem Foto auch *schlafe*

Und zum Schluss meinte mein Tuktuk-Fahrer noch zu mir:
“Shiva it’s like you“

Was das wohl bedeuten mag.

Meine Wanderung

Heute hatte ich sie – meine naturnahe Wanderung.

Ich bin heute früh AUF den Berg gelaufen.
Und unterwegs begegneten mir so viele kleine Dinge, wie ich sie liebe. (Käfer, Echsen, lustige Vögel, Affen … )

Oben habe ich dann stundenlang auf dem Felsen gesessen und den Ausblick genossen.
Die Größe des Tempels wurde mir erst von oben richtig bewusst.
Ich war schwer beeindruckt.

Und als ich – hochrot im Gesicht von der Sonne – wieder unten war, gab es noch ein Geschenk für mich.
Drei bezaubernde kleine Mädchen wollten unbedingt ein Foto mit mir zusammen haben.

Hinterher fiel mir dann ein, dass ich auch gern ein Foto gehabt hätte.
Aber das ist typisch für mich … ich geniesse so sehr den Moment, dass ich für ein **Festhalten** keinen Raum habe.
Deshalb fotografiere ich auch relativ wenig … ich habe alles im Herzen.

Ist das der Bus nach Pondicherry?

Aber klar doch 🙂

Mit dem Bus fahren ist echt ein Abenteuer und ein preiswertes dazu.
Für meine Fahrt habe ich 47 Rupien bezahlt .. das sind 63 Cent für ca. 2,5 h Busfahrt.
Für deutsche Verhältnisse ist das nicht vorstellbar.

Pondicherry … I love it

Als ich gestern im Bus saß, dachte ich so bei mir “ich hätte gern mal wieder ein Straßencafe“.

Und was hab ich heute?
Ein cooles Strandcafe … zum sitzen, gucken, Leute anlächeln, im Notizbüchlein schreiben … und Kaffee trinken.
OMG … wie sehr ich das liebe 🙂

Diese Stadt hab ich sofort in mein Herz geschlossen.
Hier erscheint mir alles etwas ruhiger, unaufgeregter …

Auf der Strandpromenade ist ein Gewusel von indischen Familien.
Und ich bin immer wieder verzaubert von den wunderschönen Frauen in ihren farbigen Saris.
Mit den Röcken der Männer kann ich mich noch nicht so recht anfreunden, es sieht allerdings lustig aus.

Und es gab wieder eine Fotosession.
Ein junger Inder mit großer Kamera hat mich gefragt, ob er mich fotografieren darf.
Claro que sí … ich mag es 🙂

Vom Leben geküsst

So hat mich mal ein guter Freund bezeichnet.
Und genauso erlebe ich mein Leben 🙂

Klar, es gibt auch Phasen, wo ich voller Zweifel bin und Ängste aufsteigen.
Dann weiß ich aber, dass auch das vorübergeht und es dauert nicht lange, dann bekomme ich wieder ein Geschenk vom Leben.
Es sind oft kleine Dinge … und sie machen mich glücklich.

Ich stand heute Abend in meinem völlig überfüllten Strandcafe.
Und es passiert das, was mich schon immer begleitet.

Da stehe ich nun und überlege, ob ich warte oder gehe … da schaut mich ein Mann an, steht auf und gibt mir seinen Stuhl.
Er und sein Freund wollten eh grad gehen.
Ich war verdutzt und die Mitwartenden waren verdutzt.
Und dann saß ich unter dem Nachthimmel, über mir der Mond und vor mir die rauschende Brandung vom Meer.

Und dann kommt ein tiefes DAAANKE … an mein Leben.

Als ich dann gegangen bin, habe ich es auch so gemacht.
Ich habe mir eine Frau mit Kind ausgesucht und ihr mit lächelnden Augen meinen Stuhl angeboten, während ich auf meine Rechnung wartete.

Auf dem Rückweg ist mir noch eine Tanzgruppe mit indischer Folklore begegnet. Ich glaube, dass war die Eröffnungsveranstaltung für die nächsten beiden Tage. Da wird hier gefeiert 🙂
Die Anmut der Tänzerinnen ist unbeschreiblich.

Notizbuch

ich habe beim Frühstück immer mein Notizbüchlein dabei.
Und ich habe schon bemerkt, dass das Personal auf meine Schreiberei leicht irritiert und neugierig reagiert.

Das könnte mir gefallen … als Bewerterin von Unterkünften (ab und zu) durch die Welt reisen.

What a crazy day

Ich bin jetzt noch am lachen 🙂

Um 10 Uhr hatte ich mich mit Vishnu, dem Fotografen, und seinem Freund getroffen.
Er dreht leidenschaftlich gern kleine Videos.

Die Geschichte heute … deutsche Frau trifft indischen Mann und verliebt sich unsterblich.
Und nun durfte ich, die so gar nicht gern schauspielert, den Part der Frau spielen.

Ich hab heute Tränen gelacht …
Ich durfte auf Tamil einem Mann sagen, wie verliebt ich bin und ihn bitten, mich zu heiraten.
Das alles war so schräg und lustig … ich konnte dabei echt nicht ernst bleiben.
Zumal mein Movie-Partner so alt ist wie mein Sohn.

Das war doppelt schwierig.
Zum Einen etwas in einer Sprache sagen, wo ich keinen Schimmer habe, was ich da sage und ihn dann noch verliebt anschauen.

Es hat total Spaß gemacht, wir waren im Park die Attraktion und hatten viele Zuschauer.

Und ich dachte dann nur noch … was für ein verrückt-schöner Tag.

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