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Traurig aber nicht verzweifelt

amazing grace

Ich dachte immer, ich hätte schon die 7-Meilen-Stiefel an – gibt es auch 10-Meilen-Stiefel?

Das Leben macht seine eigenen Pläne.

Meine Pläne wurden noch einmal beschleunigt.

Am 24.2. entschied ich abends nach einem Telefonat mit meiner Mutter, meinen Wechsel nach Schwedt vorzuverlegen. Ich spürte, dass ich nicht noch eine Woche warten möchte.
Statt dem 4.3. wollte ich am 26.2. nach Schwedt fahren.
Ich hatte noch keinen Plan wie ich das alles umzugstechnisch mache … aber ich vertraute darauf, dass sich die passenden Lösungen zeigen werden.

Am 24.2. – 3 Stunden nach dem Telefonat – ist mein Vater friedlich zu Hause eingeschlafen.
Das es dann doch so schnell ging hat uns alle überrascht. Für meinen Vater war es eine Erlösung.
Ich bin so unendlich dankbar, dass er trotz der schweren Krankheit zu Hause, ohne Schmerzen und im Beisein seiner geliebten Frau einschlafen durfte.

Amazing grace …

Am letzten Montag wurde mein Vater aufgebahrt und ich habe mit meiner Mutter und meinem Bruder liebevoll Abschied genommen. Das war sehr berührend für uns.
Ich spürte, wie stark das Band in unserer Familie ist.
Als wir drei – umarmt – vor dem Sarg standen … dieses Gefühl war so warm, so liebevoll, so intensiv … für uns alle. Wir haben noch lange bei ihm gesessen … erzählt, geweint und gelacht.

Wir trauern in ähnlicher Weise – wir sind traurig aber nicht verzweifelt.

Ich hätte ihn gern noch einmal vor seinem *Gehen* gesehen, gesprochen und seine Hand gehalten. Es sollte nicht sein und es ist in Ordnung so.

Zu Weihnachten haben wir hier in Schwedt noch schöne Tage zusammen mit meiner Omi verbracht.
Und mein Vater wusste, wie sehr ich ihn lieb habe – dies habe ich zu Lebzeiten so oft wie möglich ausgedrückt.

Es ist ein liebevolles Loslassen und wo immer er auch ist … er ist immer bei uns.